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Seedorfer Fallschirmjäger am Himmel über Celle – 778 Fallschirmsprünge in zwei Sprungtagen. Ein guter Start in den zweiwöchigen Sprungdienst des Seedorfer Fallschirmjägerregiment 31.

CELLE-SCHEUEN. Als erster Springer des Tages schwebte Oberst Thomas Geßner, Kommandeur Fallschirmjägerregiment 31 aus der M-28 auf den Absetzplatz des Übungsplatzes im niedersächsischen Celle-Scheuen ein. „Luftfahrzeuge, Schirme, Wetter – wir springen! Der Fallschirm T10 tut weh, ist aber zuverlässig! Respekt an alle am Schirm und denen, die das in Leitung und Organisation möglich machen!“ so Oberst Thomas Geßner.

Blauer Himmel, es weht ein schwacher Wind. Gute Voraussetzungen für den Fallschirmsprungdienst des Fallschirmjägerregiments 31. Noch in Seedorf wurden die Springer für diesen Tag auf die Maschinen und damit auf die Busse eingeteilt. Auf dem Weg zur Startbahn ist auch der Stabszug des Fallschirmjägerregiments 31, unter Leitung von Frau Hauptmann Soraya Mey (Name geändert) dabei. Sie ist selbst seit einigen Jahren passionierte Springerin, denn das gehört für sie, als Angehörige eines Luftlandeverbandes, dazu. Heute ist sie Maschinenälteste und trägt damit die Verantwortung für die Soldaten des Stabszuges in ihrer Maschine. Wobei das Wort ‚Älteste‘ sich nicht auf ihr Alter, sondern auf ihre Dienststellung bezieht. „Ich stelle mich immer wieder gern der Herausforderung des Automatiksprungs. Die Anspannung und Konzentration aller Springer zu erleben, die Ruhe am Himmel für einen Moment genießen nachdem sich der Schirm geöffnet hat und sich dann wieder hoch konzentriert auf die Landung vorzubereiten. Für mich ist das immer wieder ein tolles Erlebnis! Als Stabszugführerin habe ich eine Vorbildfunktion gegenüber meinen Soldaten. Mir ist es sehr wichtig dieser Aufgabe gerecht zu werden.“

Kontrolle ist Sicherheit

Der Absetzer ist das wichtigste Kontrollorgan der Fallschirmspringer. Sie bereiten die Fallschirmjäger auf ihren Absprung vor, überwachen und überprüfen das Anlegen der Fallschirmsprungsysteme und führen ein Sicherheitstraining durch, bei dem alle Tätigkeiten für das Bewältigen einer Notsituation nochmals geübt werden. Danach werden die Luftfahrzeuge besetzt Die Fallschirmjäger nennen diesen Vorgang unverändert liebevoll Beschuffeln. Die Maschinen, heute die M-28 (Skytruck) und die C-160 (Transall), werden geschlossen und schon sind die Fallschirmjäger in der Luft. Ihnen bleibt nur wenig Zeit. Nach wenigen Minuten erfolgt schon der Befehl, sich bereit zu machen. Sofort bereiten sich alle Soldaten auf den Absprung der Springer, das sogenannte Absetzen, vor. Hierbei werden sie durch die Absetzer unterstützt und begleitet. Stabsfeldwebel Sebastian Dauthe ist einer von ihnen. Er ist seit dem Jahr 2000 Fallschirmspringer und seit 2003 Absetzer. Ein routinierter Fallschirmspringer mit einem hohen Erfahrungsschatz, den er gerne an seine jüngeren Kameraden weitergibt. Für ihn ist ein hoher Ausbildungsstand und viel Erfahrung der Garant für seine eigene und die Sicherheit der ihm anvertrauten Soldaten. Im Aufgabenbereich des Absetzers, hat er bereits den höchsten Ausbildungsstand ‚Ausbildungsleiter der Absetzer‘ erreicht. Heute ist er der Absetzleiter auf der ersten C-160. Er koordiniert die Vorbereitungen und die Abläufe des Absetzvorgangs in Zusammenarbeit mit zwei weiteren Absetzern, die je eine Tür besetzten. „Meine Aufgabe ist es, bei den Springern Ruhe und Sicherheit auszustrahlen, Hilfestellung zu geben sowie gegebenenfalls die Abläufe nochmals zu besprechen und zu üben. So erlangen die Springer Handlungssicherheit. Die Wiederholung der bevorstehenden Tätigkeiten hat auch eine beruhigende Wirkung,“ verrät Dauthe.

Auch die Reserve ist immer aktiv

30 Jahre aktiver Soldat, Fallschirmspringer, Absetzer und Absetzleiter, das ist Stabsfeldwebel Roland Leuker. Heute arbeitet er am Hamburger Flughafen. Dennoch kann sich der frühere Lufttransportfeldwebel des Fallschirmjägerregiments 31 ein Leben ohne den Dienst nicht vorstellen. Regelmäßig verstärkt er das Regiment mit seinen wertvollen Erfahrungen. Mit seinen 174 Absprüngen automatischer Auslösung ist er ein sehr erfahrener Fallschirmspringer, auch hat er bereits über 400 Freifallsprünge absolviert. „Ich freue mich wieder hier bei meinen Kameraden zu sein. Auch wenn die derzeitige Situation durch die Pandemie eine andere ist, bin ich begeistert wie gut die Bundeswehr die Hygienemaßnahmen umgesetzt hat. So können wir diese wichtige Ausbildung für die Einsatzbereitschaft der Fallschirmjäger sicherzustellen,“ meint Stabsfeldwebel Leuker beeindruckt.

Ohne die Leitung geht es nicht

Die Vorbereitung und Durchführung eines Fallschirmsprungdienstes für ein Fallschirmjägerregiment stellt eine große Herausforderung dar. Dieser Herausforderung stellt sich der Kompaniechef Major Martin Klusmann der 6./ Fallschirmjägerregiment 31 mit seinen Frauen und Männern. Viel Erfahrung und Organisationsgeschick sind die Voraussetzung um den Erfolg der Ausbildung zu gewährleisten. Hierfür müssen Abläufe koordiniert, Fallschirme ausgegeben, Luftfahrzeuge besetzt und Zeiten eingehalten werden. Dies ist der 6. Kompanie hervorragend gelungen. An den ersten beiden Sprungtagen konnten insgesamt 778 Sprünge verzeichnen werde. Viele Springer gehen am Tag mit zwei bis drei Sprüngen im Sprungbuch nach Hause. Dies ist für den Erhalt der Springerlizenz von entscheidender Bedeutung. Für das Fallschirmjägerregiment 31 ein voller Erfolg für den Erhalt der Einsatzbereitschaft, damit wir für euch da sein können, wenn es wo anders brenzlig wird. Einsatzbereit-Jederzeit-Weltweit – Trotzdem!

Markus Mader
Fotos: Markus Mader





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