Zum Inhalt springen
Anzeige
Anzeige

Breite Straße – anstehende Baumfällungen

  • Celle

„Im Stadtgebiet wird fleißig gesägt. Die Lindenallee am Schützenplatz wurde bereits Anfang Dezember bis auf wenige Exemplare gefällt, obwohl die Bäume gesund waren und auch eine Planung mit der Lindenallee möglich gewesen wäre. In Neuenhäusen könnten zudem bald weitere größere Fällarbeiten anstehen“, teilt die Celler Klimaplattform mit.

Die Stadt plant seit mehreren Jahren die Sanierung der Breiten Straße. Die Umsetzung des geplanten Schwammstadtprinzips wurde als vermeintliche Umweltschutzmaßnahme ausgerufen, hat bei den Anwohnenden allerdings viele offene Fragen hinterlassen. Insbesondere die Risiken in Bezug auf die Bausubstanz der Fachwerkhäuser konnten bislang nicht ausgeräumt werden. Wie wichtig eine Schwammstadt ist, sah man zwar gerade an der Hochwasserlage um den Jahreswechsel, für die Umsetzung bieten sich in den Augen der Celler Klimaplattform aber natürlich Straßen ohne größeren Baumbestand an – und davon gibt es in Celle einige.

Die Umsetzung der geplanten Sanierungsvariante ist nun einen Schritt näher gekommen, trotz aller Widersprüche und Proteste und trotz Einreichung von über 1600 Celler Unterschriften einer Petition zum Baumerhalt. Die Celler Klimaplattform wurde Ende Dezember 2023 vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz informiert, dass die Erstellung des Artenschutzgutachtens abgeschlossen ist. Entdeckte Tierarten seien nicht schützenswert: „Das geplante Vorhaben ist daher für alle potenziell vorkommenden, artenschutzrechtlich relevanten Arten unter den Gesichtspunkten des artenschutzrechtlichen Fachbeitrags als verträglich einzustufen“, heißt es in dem Gutachten.

Aus Perspektive der Stadtverwaltung dürfte der Sanierung damit nichts mehr im Wege stehen. Doch es gibt Widerspruch: „Wir begrüßen, dass nun ein fundiertes Gutachten vorliegt, können uns im Endeffekt aber nur wiederholen. Auch wenn die Stadt voraussichtlich alle formellen Anforderungen erfüllt, ergeben die Sanierungspläne der Breiten Straße vor dem Hintergrund des Klima-Notstands und des massiven klimawandelbedingten Baumsterbens keinen Sinn“, sagt Wolfram Steinmetz, Sprecher der Klimaplattform. „In vielen großen und kleinen Städten landauf, landab wird bereits seit Jahren umgedacht und der Erhalt von Bäumen hat dort hohe Priorität, um einer Verschlechterung des Stadtklimas entgegenzuwirken. Das würden wir uns auch für Celle wünschen. Gerade Celle hat im Vergleich nur wenige Straßenbäume und investiert kaum in deren Erhalt und Pflege. Andere Städte sind uns da im Vergleich weit voraus – und dort klappt auch die Straßensanierung mit Baumerhalt.“

Dazu kommt, so die Klimaplattform, dass Ersatzpflanzungen häufig die derzeitigen trockenen und heißen Sommer nicht überleben und es Jahrzehnte braucht, bis sie eine vergleichbare CO2-Bindung und positive mikroklimatische und gesundheitsfördernde Wirkung entfalten.

Konkrete Pläne hat die Stadt Celle bislang noch nicht kommuniziert. Den Beginn der Sanierungsarbeiten wird insbesondere die Solidarische Initiative Neuenhäusen nicht unkommentiert lassen: „Viele Menschen aus Celle haben sich für den Erhalt der Bäume eingesetzt. Das Vorgehen der Stadt ist für uns nicht nachvollziehbar. Falls es zu den Fällungen kommt, möchten wir alle Menschen einladen, an ‚Tag X‘ den Protest mit uns auf der Straße zu zeigen“, sagt Thorsten Bartsch von der Ökologie AG der Solidarischen Initiative Neuenhäusen. Am 17.01.2024 findet von 15:00-18:00 Uhr ein Vorbereitungstreffen im Stadtteiltreff Neuenhäusen in der Emigrantenstr. 1 statt, zu dem Interessierte herzlich eingeladen sind, sich beim Nachbarschaftscafé mit Kaffee und Kuchen in lockerer Atmosphäre zu informieren. Bartsch weist zudem auf das Informationsangebot auf den Seiten der Solidarischen Initiative Neuenhäusen unter https://neuenhaeusen.noblogs.org/oekologie/ und https://neuenhaeusen.noblogs.org/post/2023/09/19/tagx hin.

Die Celler Klimaplattform betont, dass sie weiterhin gerne nach Kompromissen in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sucht. So erläutert Annegret Pfützner von der BUND-Kreisgruppe Celle: „Linden vertragen einen Rückschnitt um ein Drittel. Würde dieser durchgeführt, könnten auch neben dem Wurzelbereich Leitungen verlegt werden, weil die verbliebenen Wurzeln nicht mehr ’so viel Baum‘ ernähren müssen. Voraussetzung dafür ist aber natürlich, dass der Wurzelbereich eines jeden Baumes gut versorgt, gewässert und mit einer angemessen großen Baumscheibe versehen wird.“ Wichtig ist der Celle Klimaplattform aber auch, ein Lob an die Stadt auszusprechen: Am Osterdeich konnte die Fällung des größten Teils der ortsprägenden Kastanien durch die umsichtige Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Feuerwehr und THW trotz des drückenden Hochwasser vorerst verhindert werden.

PR
Foto: pikowal0 / Pixabay

Hinweis zu der Meldung
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.


Anzeige



Anzeige