Samstag, 5. September 2026

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Fast ein Drittel aller künftigen Erstklässler in Celle kann kein oder nur unzureichend Deutsch – AfD fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Situation

CELLE. Aus der Antwort der Stadtverwaltung auf die Anfrage der AfD-Fraktion zu den Deutschkenntnissen von künftigen Erstklässlern an Celler Grundschulen geht hervor, dass  zuletzt 31,8 %  ( 220 Kinder) aller künftigen Erstklässler nach Einschätzung des pädagogischen Personals der Sprachförderung bedurften. In 5 Grundschulen lag die Quote der Kinder mit einem Sprachförderbedarf über 40 %, in der Grundschule Neustadt lag dieser Wert sogar bei 58 %.

voraussichtlich eingeschult in Grundschulen Erstklässler sprachförder-bedürftig sprachförder-bedürftig       in % davon Migrations-hintergrund in %
Kinder 692 220 31,8% 70,0%
Altencelle 42 13 31,0% 63,2%
Altstadt 55 19 34,5% 96,3%
Blumlage 35 14 40,0% 60,0%
Bruchhagen 46 15 32,6% 54,5%
Garßen 46 9 19,6% 46,2%
Gr.Hehlen 41 7 17,1% 30,0%
Heese-Süd 58 23 39,7% 69,7%
Hehlentor 70 18 25,7% 84,6%
Katholische 31 15 48,4% 72,7%
Kl.Hehlen 54 5 9,3% 14,3%
Montessori Schule 10 0 0,0% 0,0%
Nadelberg 23 8 34,8% 50,0%
Neustadt 50 29 58,0% 85,7%
Vorwerk 39 18 46,2% 65,4%
Waldweg 40 16 40,0% 95,7%
Wietzenbruch 52 11 21,2% 62,5%

Dazu erklärt der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Stadtrat Anatoli Trenkenschu: „Das sind erschreckende Zahlen, denn die damit einhergehenden künftigen Probleme werden enorm sein. Nach Einschätzung des Chefs des Deutschen Lehrerverbandes, Hans-Peter Meidinger zeigen alle Studien, dass Sprachdefizite, die zum Zeitpunkt der Einschulung bestehen, im Laufe der Schulzeit nicht wieder aufgeholt werden könnten. Die Schere öffne sich stattdessen immer weiter, die Leistungsunterschiede würden größer. Für die Stadt Celle bedeutet das, dass fast 1/3 aller gegenwärtigen Erstklässler nach aktueller Lage keine Chance darauf haben wird, die Schulzeit mit einer ausreichenden Bildung zu verlassen.  Auch vernünftiger Unterricht für die übrigen Schüler lässt sich bei so einer Ausgangslage kaum noch gewährleisten. Die Situation ist sehr ernst und es muss dringend gegengesteuert werden.“

Deshalb hat die AfD-Fraktion jetzt dazu einen Antrag gestellt, mit dem die Stadtverwaltung aufgefordert wird, unverzüglich in Abstimmung mit der Kreistagsverwaltung und dem Niedersächsischen Kultusministerium geeignete Maßnahmen zu treffen, um das strukturelle Problem der Sprachdefizite von Erstklässlern an Celles Grundschulen kurzfristig und dauerhaft zu lösen.  Um das Problem nicht mehr aus den Augen zu verlieren, soll die Verwaltung zudem in Zusammenarbeit mit den Celler Grundschulen und dem Niedersächsischen Kultusministerium eine jährliche Statistik zur Entwicklung der Deutschkenntnisse künftiger Erstklässler an Celler Grundschulen erstellen und veröffentlichen.

„Ich hoffe sehr, dass unser Antrag auch von den übrigen Fraktionen im Stadtrat unterstützt wird. Es geht hier um unsere Zukunft, da dürfen parteipolitische Interessen keine Rolle spielen. Wenn fast jeder vierte künftige Erstklässler an Celler Grundschulen einen Migrationshintergrund hat und sprachförderbedürftig ist, dann zeigt das sehr deutlich, dass die Integrationsfähigkeit unserer Gesellschaft längst die Grenze des Machbaren überschritten hat. Das müssen letztendlich auch die etablierten Parteien einsehen. Im Übrigen stellt auch Hans-Peter Meidinger fest, dass je höher der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, desto geringer der Lernerfolg in der Gesamtklasse ist“, hebt Trenkenschu hervor.   

PR