Betriebs- und Nebenkosten – Aktueller Stand und Zukunftsprognose

In ganz Deutschland sind die Nebenkosten für die verschiedensten Faktoren in den letzten Jahren stark gestiegen. Dazu gehören unter anderem die Preise für Energie und Wasser, aber auch für andere Aspekte wie beispielsweise die Müllentsorgung. Wie genau haben sich diese Preise in Deutschland und in der Region in den letzten Jahren entwickelt? Und welche Veränderungen sind zukünftig zu erwarten? Einige Antworten bietet dieser Beitrag.

Steigende Strompreise

CELLE. Gerade die Kosten für Strom sind deutschlandweit stark gestiegen. So hat sich der Preis pro Kilowattstunde zwischen 2006 und 2019 laut der Bundesnetzagentur um ungefähr 10 Cent verteuert. Ein exorbitanter Anstieg, bedenkt man, dass deutsche Haushalte im Jahr 2017 im Durchschnitt 3111 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchte. Demnach hat sich die Elektrizitätsrechnung eines Durchschnittshaushaltes in nur 13 Jahren um ungefähr 311 Euro jährlich verteuert.

Kaum verwunderlich also, dass immer mehr Menschen nach Alternativen und Einsparmöglichkeiten suchen. Auch in Celle gibt es eine Vielzahl von Anbietern, insgesamt 79 Optionen zum Bezug von Energie haben die Verbraucher vor Ort zur Verfügung. Neben großen Unternehmen wie Vattenfall oder E.ON gehören dazu unter anderem:

  • SVO
  • Ex(Celle)nt Strom
  • EWERKE BERLIN 

Während SVO der Grundversorger ist, hat sich Ex(Celle)nt Strom auf Ökostrom spezialisiert und vertreibt ausschließlich diese Form der Energie. Während der Preis beim Grundversorger SVO aktuell laut dem Portal stromauskunft.de mit etwas über 30 Cent im deutschlandweiten Durchschnitt liegt, ist EWERKE Berlin mit einem Preis unter 25 Cent der günstigste Versorger in der Region.

Gleiches Portal zeigt zudem auf, dass sich die Kosten für Energie gerade bei lokalen Anbietern seit 2014, ähnlich wie dies im deutlandweiten Trend zu erkennen ist, leicht erhöht haben. Im Vergleich sind überregionale Stromversorger oft preiswerter.

Der Strom des regionalen Ökoanbieters Ex(Celle)nt wiederum ist überraschend günstig und kostet aktuell je nach Tarif laut der Webseite der örtlichen Stadtwerke zwischen 26 und 27 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Umstand zeigt, dass gerade für umweltbewusste Menschen vor Ort die Möglichkeit besteht, zu einem bezahlbaren Preis auf ökologische Energie umzusteigen.

Je nach Anbieter sind für die Verbraucher in Celle also Einsparmöglichkeiten von mehreren hundert Euro pro Jahr gegeben. Gerade vor Ort ist die hohe Anzahl der Stromversorger als äußerst positiv zu werten und bietet diverse Optionen. Allerdings sind bei einem Wechsel gewisse Kriterien zu beachten, um den individuell passendsten Anbieter zu finden und keine sprichwörtlichen bösen Überraschungen zu erleben. 

Heizkosten: Gas, Öl und weitere

Auch das Heizen hat sich über die letzten Jahre deutlich verteuert. Sowohl Öl und Gas, wie auch andere Brennstoffe haben sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen deutlich verteuert. Experten gehen laut dem Portal Statista davon aus, dass sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Einsparmöglichkeiten beim Heizen mit Gas und Öl

Daher ist es für die Verbraucher unabdingbar, Möglichkeiten zum Einsparen zu finden. Vor allem Vorinformation und etwas Eigeninitiative können hierbei eine Hilfe sein. So sollte zunächst der jährliche Verbrauch bei der Gasheizung ermittelt werden. Eine solche Aufstellung kann jeder Bürger sehr leicht selbst erstellen. Dies geschieht anhand der letzten Endrechnung. Der kleine Aufwand zahlt sich aus, denn ein wirklich substanzieller Preisvergleich kann nur auf Basis des Umfanges des individuellen Bedarfs gezogen werden.

Auch beim Thema Heizöl können sich Preisvergleiche durchaus lohnen. Trotz häufig eher hoher Kosten bieten verschiedene Anbieter durchaus monetäre Vorteile. Zudem ist es zielführend, die Preisentwicklungen genau zu beobachten, weil die Kosten saisonbedingt schwanken können. So kann der günstigste Moment für den Kauf abgepasst werden.

Nicht nur ein Preisvergleich beim Brennstoff, auch das Austauschen der gesamten Heizung kann rentabel sein. Viele Heizungen sind veraltet und arbeiten daher ineffizient. Neue Modelle benötigen weniger Brennstoff. Ein Wechsel kann sich schon bei einer Heizung lohnen, die ungefähr 15 Jahre alt ist.

Kombilösung mit Palletheizung

Alternativ kann zusätzlich zur Zentralheizung ein Pelletofen verwendet werden. Ein solcher Ofen kann in verschiedenen Räumen des Hauses ausgestellt werden. Es macht Sinn, ihn vor allem in den Zimmern zu platzieren, in denen sich die Bewohner besonders oft aufhalten. Ein Pelletofen kann gerade in diesen Räumen für eine Kostenersparnis sorgen, da sie nicht mehr durch die Zentralheizung bedient werden müssen. Die Differenz entsteht dabei vor allem dadurch, dass die Pellets günstiger sind als andere Brennstoffe wie Öl oder Gas.

Allerdings ist zu beachten, dass eine Einsparung nur durch eine Kombilösung zwischen Zentralheizung und einem Pellettofen, der bei bekannten Anbietern schon für eine dreistellige Summe erhältlich ist, erzielt werden kann. Die Anschaffungskosten einer Pelletheizung (die Kosten liegen meist im fünfstelligen Bereich) als alleinige Wärmequelle würden den Vorteil wieder zunichtemachen.

Intelligentes Heizen und Dämmung

Neben diesen Maßnahmen besteht natürlich zudem die Option, durch das alltägliche Verhalten Kosten einzusparen. So sollte die Heizung nur dann und in dem Maße verwendet werden, wie sie auch wirklich benötigt wird. Zudem sollten beim Lüften die Heizkörper abgestellt werden, da sonst der Energieverbrauch massiv steigt. Neben der Kostenersparnis hat richtiges Lüften weitere Vorteile wie die Vermeidung von Schimmel und die Herstellung eines gesundes Wohnklimas.

Nicht zuletzt macht es Sinn, zu überdenken, ob das Haus ausreichend gedämmt ist. Eine gute Wärmedämmung konserviert die durch die Heizung erzeugten Temperaturen länger. Infolgedessen muss weniger geheizt werden, was wiederum Heizkosten spart. Eine zusätzliche Dämmung kann sowohl durch eine weitere Isolierung der Mauern, als auch durch den Einbau besonders dämmender Fenster erzielt werden.

Situation vor Ort

Wie aber verhält sich die Situation vor Ort? Schon vor mehreren Jahren zeigte sich, dass das Thema Einsparen von Heizkosten in Celle eine Rolle spielt. Und nicht nur das: Auch der Umweltschutz und ein hohes Maß an Nachhaltigkeit sind relevant.

So wurde im Jahr 2014 bereits mit einer äußerst umfangreichen Investition von 25 Millionen das damals größte Geothermie-Projekt des Landes, welches die Energie aus der Erdoberfläche bezieht, ins Leben gerufen. Auch überregional machte das Konzept und seine Umsetzung immer wieder Schlagzeilen und wurde über die Jahre fortentwickelt.

Abgesehen vom bekannten Geothermie-Viertel soll aktuell auch die Innenstadt zunehmend von der Erdwärme profitieren. Entsprechende Baumaßnahmen wurden in diesem Jahr eingeleitet. Im Gegensatz zu den Problemen mit zunächst hohen Nebenkostenabrechnungen im Jahr 2016 zeigen diese Schritte, dass das Projekt durchaus positive Auswirkungen hat und die Stadt Celle somit zum Vorreiter eines möglichen Trends bei der Wärmeversorgung geworden ist.

Kosten für Entsorgung

Auch die Gebühren für die Müllentsorgung sind rapide gestiegen. Dieser Trend ist schon seit einiger Zeit deutschlandweit zu beobachten, wobei es regional deutliche Unterschiede gibt.

Zahlen und Fakten

Die teuerste Stadt bezüglich der Entsorgung im Bundesgebiet ist Leverkusen, die günstigsten wiederum sind Flensburg, Nürnberg und Magdeburg. Dabei können die Unterschiede mehrere hundert Euro betragen. Es ist also weniger verwunderlich, dass die Umsätze der Entsorgungsindustrie schon zwischen den Jahren 2008 und 2018 enorm gestiegen sind. Während im Jahr 2008 noch knapp über 20 Milliarden Euro erwirtschaftet wurden, waren es 10 Jahr später bereits mehr als 38 Milliarden Euro. Auch Anfang des Jahres wurden die Abfallgebühren in vielen deutschen Städten, beispielsweise in Frankfurt, erhöht. Experten gehen davon aus, dass sich der Trend fortsetzen wird. Grund dafür ist unter anderem das sogenannte Brennstoffemissionshandelgesetz, welches ein höheres Maß an Umweltschutz zum Ziel hat. Das Bundesumweltministerium plant, auch den Müll miteinbeziehen, was die Kosten für die Abfallentsorgung erneut drastisch steigern würde.

Die Möglichkeiten zum Einsparen sind bei der Müllentsorgung im Vergleich zu Strom- oder Heizkosten eher gering. Einzig die Option, beispielsweise durch den Verzicht auf Verpackungen weniger Abfall zu verursachen besteht. In einem solchen Fall könnte unter Umständen beim örtlichen Abfallunternehmen um größere zeitliche Abstände zwischen den Leerungen gebeten werden.

Celle ist eine Ausnahme

Vor Ort wiederum ist ein anderer Trend zu beobachten. In Celle wurde bereits im Jahr 2018 beschlossen, dass die Gebühren in den folgenden drei Jahren nicht erhöht werden. Die Stadt bildet also hier eine von wenigen Ausnahmen.

Bei Betrachtung der Angaben auf der Webseite des Zweckverbandes Abfallwirtschaft vor Ort zeigt sich zudem, dass die Preise sich in Grenzen halten und beispielsweise für den normalen Haushaltsmüll eher am unteren Rand des möglichen Spektrums liegen. Mit deutlich unter 150 Euro im Vergleich zu den Gebühren von teilweise über 500 Euro in den teuersten Regionen Deutschlands haben die Verbraucher klare Vorteile.

Trink- und Abwasserpreise

Die Preise für Wasser steigen weltweit, allein in Deutschland zwischen den Jahren 2000 und 2010 um rund 13 Prozent. Hinzu kommt, dass die Bundesrepublik bei den Wasserpreisen im internationalen Vergleich der Industrienationen schon im Jahr 2012 die teuerste Nation war. Wasser ist hierzulande ein preisintensives gut. Aller Voraussicht nach wird dieser Trend sich in Deutschland, aber auch in anderen Ländern weiter fortsetzen.

Laut dem Portal kostencheck.de beträgt der Preis für einen Kubikmeter Leitungswasser deutschlandweit zwischen 1,50 und 2,00 Euro. Dem gegenüber steht die seit 2017 in durch die SVO für Celle veranschlagte Summe von 1,44 für die gleiche Menge, zuzüglich einer Jahrespauschale von 102,72 Euro.

Ähnlich günstige Preise im Vergleich zu anderen Regionen werden auch für Abwasser vor Ort fällig. Hier sind die Kosten zwischen den Jahren 2017 und 2018 sogar gesunken. Diese Fakten belegen: Bezüglich des Wasserpreises ist Celle ein insgesamt äußerst günstiges Pflaster.

Fazit

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Nebenkosten in verschiedenen Bereichen wie Strom, Wärme, Entsorgung und Wasser in den letzten Jahrzehnten deutschlandweit stark gestiegen sind. Auch Celle ist ein Teil dieses Trends. Dennoch bietet die Stadt gerade bei Strom und Wärme viele Möglichkeiten des Einsparens und setzt teilweise sogar neue Trends. In den Sektoren Entsorgung und Wasser liegen die Preise vor Ort sogar klar unter dem bundesweiten Durchschnitt. Auch durch diese Möglichkeiten der Einsparung bei den Nebenkosten bleibt Celle attraktiv, sowohl für die Anwohner, als auch für potenzielle Zuzügler.

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