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Hochwasser in Celle: Historische Fluten und Fortschritte im Hochwasserschutz

Celle, eine Stadt mit einer bewegten Geschichte, wurde in der Vergangenheit mehrfach von verheerenden Hochwassern heimgesucht. Insbesondere das Hochwasser von 1946 markiert einen tragischen Höhepunkt, bei dem die Altstadt überflutet wurde und sechs Menschen ihr Leben verloren. Dieser Artikel wirft einen Blick auf die Auswirkungen vergangener Hochwasser und beleuchtet die kontinuierlichen Bemühungen der Stadt Celle im Hochwasserschutz bis zum aktuellen Geschehen im Jahr 2023/2024.

Hochwasser 1946: Tragödie und Zerstörung

Das Hochwasser von 1946 stellt einen düsteren Meilenstein in der Geschichte Celles dar. Am 12. Februar erreichte der Aller-Pegel einen Höchststand von 528 cm / NN + 37,08 m. Die Katastrophe wurde durch eine unheilvolle Kombination aus intensiven Regenfällen und Schneeschmelze ausgelöst, die auf eine Stadt traf, die sich gerade von den Kriegsfolgen erholte. Die Altstadt wurde vollständig überflutet, zahlreiche Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört, und sechs Menschen verloren ihr Leben. Celle stand vor den Trümmern einer Gemeinschaft, die sich mühsam von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs erholte.

Hochwasser 1981: Evakuierungen und materielle Verluste

Im Jahr 1981 wurde Celle erneut von einem schweren Hochwasser heimgesucht. Die Ursachen lagen in einem starken Wintereinbruch mit Schneeschmelze und anhaltendem Regen im Frühjahr. Am 31. Mai erreichte der Aller-Pegel 519 cm / NN + 36,99 m, den höchsten Stand seit dem Hochwasser von 1881. Überschwemmungen erstreckten sich über die Altstadt, Lachtehausen und Vorwerk. Etwa 1.000 Menschen wurden evakuiert, und der Sachschaden belief sich auf rund 100 Millionen DM. Celle stand erneut vor der Herausforderung, die Schäden zu bewältigen und sich gegen zukünftige Hochwasser zu schützen.

Hochwasser von 2003: Eine Stadt im Ausnahmezustand

Im Jahr 2003 ereignete sich eine weitere katastrophale Flut in Celle. Anhaltende Niederschläge im Frühjahr und Sommer führten zu einer Überlastung der Flüsse und Bäche. Am 31. Mai erreichte der Aller-Pegel mit 518 cm / NN + 36,98 m den höchsten Stand seit dem Hochwasser von 1881. Die Auswirkungen waren verheerend: Überschwemmungen erstreckten sich über weite Teile der Stadt, darunter die Altstadt, Lachtehausen und Vorwerk. Etwa 1.500 Menschen wurden evakuiert, und der Sachschaden belief sich auf etwa 200 Millionen Euro. Das Hochwasser begann am 26. Mai und erreichte seinen Höhepunkt am 31. Mai. Die Stadt Celle, gut vorbereitet auf das Ereignis, errichtete mobile Dämme, konnte jedoch erhebliche Schäden an Gebäuden, Straßen und der Infrastruktur nicht verhindern. Die Bundesregierung gewährte eine Soforthilfe von 100 Millionen Euro zur Unterstützung der Stadt in dieser schweren Zeit.

Fortschritte im Hochwasserschutz

Nach dem Hochwasser investierte Celle wieder in weitere Schutzmaßnahmen, darunter den Bau von Deichen, Überflutungsflächen und Pumpwerken. Ein bedeutendes Projekt, der Hochwasserschutz Bereich Allerinsel aus dem Jahr 2016, trug ebenso dazu bei, den Pegel zu senken und kleinere Hochwässer in den Siedlungsgebieten zu minimieren.

Am 29. Dezember 2023 erreichte das aktuelle Hochwasser seinen Höhepunkt bei 515 cm / NN + 36,95 m. Die Stadt war zwar gut vorbereitet, konnte aber Überschwemmungen nicht gänzlich verhindern. Dank langfristiger Hochwasserschutzmaßnahmen und das Engagement der Feuerwehr, des THW, aller weiterer Hilfs- und Rettungsorganisationen und auch der Zivilbevölkerung konnte Celle die Auswirkungen allerdings minimieren.

Aktuell präsentiert sich Celle als Vorreiter im Hochwasserschutz. Die Stadt hat mit gezielten Maßnahmen das Schlimmste noch verhindern können. Frank Gries, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft/Wasserbau, betont die Bedeutung dieser Hochwasserschutzmaßnahmen Am Beispiel der Mühlenaller hinter dem Landkreisgebäude an der Trift. Neben der Hochwasserschutzmauer sorgt ein Schöpfwerk dafür, dass stündlich 3,5 Millionen Liter Wasser in die Mühlenaller gepumpt wurde. „Hätten wir das nicht, wäre uns längst die Bahnhofstraße vollgelaufen”, erläutert Gries.

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit und die fortgesetzten Anstrengungen im Hochwasserschutz verdeutlichen Celles Engagement für die Sicherheit ihrer Bürger und die Erhaltung ihres kulturellen Erbes.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Stadtarchiv (Bestand des Stadtplanungsamts)

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