Mittwoch, 11. März 2026

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Gemeinschaftliches Frauenfrühstück der SoVD Ortsverbände Nienhagen, Großmoor, Wathlingen und Eicklingen

In diesem Jahr wurde ein Frauenfrühstück vor dem Hintergrund des Internationalen Frauentages am 8. März 2025 im Hagensaal angeboten. Die Frauen der SoVD Ortsvorstände Nienhagen, Großmoor, Wathlingen und Eicklingen hatten alle Frauen aus Nienhagen und den umliegenden Gemeinden eingeladen. Die Anmeldungen und die Teilnehmerzahl an dieser Veranstaltung hat dann alle Erwartungen übertroffen: 115 Frauen aus der Samtgemeinde Wathlingen und umzu waren der Einladung in den Hagensaal gefolgt.

Erst einmal nahmen alle an den liebevoll in den Farben des Weltfrauentages – lila, grün und weiß – gedeckten Tischen Platz. Ein kleiner Gruß zierte jedes Gedeck. Erfreut begrüßten  die Frauensprecherinnen Carmen Kahle und Gerda Greis von den SoVD Ortsverbänden Nienhagen und Großmoor, die stellvertretenden Vorsitzende Beate Sydow vom SoVD Ortsverband Wathlingen sowie die Vorsitzende des SoVD Eicklingen Angelika Harris die zahlreichen Teilnehmerinnen. Danach gab es ein ausgiebiges Frühstücksbuffet, das von den Frauen der Ortsverbände unter der Leitung von Ingrid Gehrke und Gerda Greis hergerichtet worden war. Ein Teil der Leckereien war von regionalen Anbietern gespendet worden. Ein großer Dank geht an Fisch Schmidt, den Kudammhof, den Dorfladen und die Imkerei Osterloh aus Großmoor, den Milchhof Osterwiese aus Hängisen, die Bäckerei Stremmel aus Celle sowie an die Firma Bindseil, Kesselhuts Hofladen und die Imkerei Zeller aus Wathlingen. Alle genossen es, gemütlich beisammen zu sitzen, sich ein leckeres Frühstück schmecken zu lassen und sich zu unterhalten. Das Frühstücksbuffet hat alle Erwartungen übertroffen und es gab eine Auswahl, die keine Wünsche offen ließ.

Nach dem leckeren Frühstück sprach die stellvertretende Vorsitzende des SoVD Ortsverbandes Nienhagen Gisela Janßen das Thema der Veranstaltung „Frauen in Männerberufen“ an. Es gibt immer noch viele Klischees und Vorurteile darüber, welche Jobs für Frauen geeignet sind und welche nicht. Aber trotz vieler Herausforderungen entscheiden sich immer mehr Frauen für Männerberufe. Bevor aber Frauen über ihre Erfahrungen in männerdominierten Berufen berichteten, gab es einige Grußworte. Die stellvertretende Bürgermeisterin Nienhagens Gonca Kaftan ging kurz auf die Frauen in der Politik ein. Die Frauen in den Parteien seien sehr solidarisch und würden sich gegenseitig keine Hürden stellen, so Kaftan. Leider sei nach der Bundestagswahl im Februar der Frauenanteil im Bundestag sogar gesunken. Karin Schoon, Kreisfrauensprecherin des SoVD Kreisverbandes Celle, appellierte an die Frauen, sich nicht zu ducken, denn „wir können was und wir bewegen was“. Susan Grambow, ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte in der Samtgemeinde Wathlingen, sagte in ihrem Grußwort, es sei wichtig, dass sich die Frauen gegenseitig unterstützen, sich vernetzen und füreinander einstehen. Ihr persönliches Ziel sei es zudem, bestehende Ungleichheiten abzubauen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Frauen Mut zu machen, ihre eigenen Wege zu gehen. Sie freue sich darüber, dass in der Verwaltung der Samtgemeinde Wathlingen von 122 Mitarbeitern über die Hälfte Frauen sind und in Führungspositionen 50 % Frauen, so Grambow.

Danach kamen Frauen zu Wort, die in männerdominierten Berufen arbeiten. Zuerst berichtete Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer über ihren Werdegang und die Überlegungen, die sie zu ihrer Kandidatur für den Posten der Samtgemeindebürgermeisterin veranlasst haben. „Ich musste es probieren“, sagte Claudia Sommer. Nun dürfe sie als erste Frau der Samtgemeinde dieses Amt bekleiden. In den 4 Jahren ihrer Amtszeit habe sie gelernt, dass man in der Lage sein muss, schnell Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Wenn wir Frauen viel Rückenstärkung bekommen, dann ist alles möglich, erklärte Claudia Sommer zum Abschluss. Julia Paffenholz zeigte den Anwesenden auf, wie sie als gelernte Hotelkauffrau zur IT-Managerin für Großprojekte wurde. Einfach machen, wenn so ein Angebot kommt, sagt sie. Gerade die Informationstechnik, die IT, ist ein sehr vielfältiges Tätigkeitsfeld. Sie ging auch noch darauf ein, dass in Deutschland die Frauen 25% weniger Gehalt als die Männer bekommen. Damit liegt Deutschland auf Platz 31; sogar die Türkei liegt (weit vorne) auf Platz9. Schornsteinfegerin Claudia Herrigt wollte eigentlich Fliesenlegerin werden, sei dann Schornsteinfegerin geworden und möchte gar nicht anderes machen. Zu den Kunden hat sie meist schon ein familiäres Verhältnis, da man sich seit vielen Jahren kennt.

Antje Schworm aus Großmoor ist als Maschinenbauingenieurin und stellvertretende Ortsbrandmeisterin in Großmoor gleich in zwei Männerberufen unterwegs. Heute berät sie beruflich Werksfeuerwehren, aber auf dem Weg dahin gab es schon so einige Hürden, wie sie den Anwesenden aufzeigte. Bei der Feuerwehr, egal ob Freiwillige Feuerwehr, Berufsfeuerwehr oder auch Werksfeuerwehr, sind Kraft, Mut und Durchhaltevermögen wichtig und das haben nicht nur die Männer. Frauen bringen aber noch zusätzlich was mit: sie handeln überlegt und sind teamorientiert, belastbar und behalten einen kühlen Kopf, erklärt sie.

Dr. Gesa Zahn zeigte den Anwesenden auf, dass es nicht einfach ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Schon zu Beginn des Chemiestudiums hatte ein Dozent zu den Studierenden gesagt, wenn sie mal eine Familie haben wollen, dann stellen sie sich darauf ein, dass sie vor 30 keine Familie gründen werden. Und er hatte recht, sagte sie. Und nach Abschluss der Doktorarbeit gab es große Hürden, einen Job zu bekommen: „30 Jahre alt und verheiratet, wird doch eh direkt schwanger …“, war oft das Argument, so Zahn. Es habe lange gedauert, aber mit zwei Kindern arbeite sie jetzt in Teilzeit in einem Chemikalienhandel in Laatzen mit Chefin und einem Team mit 5 weiteren Kolleginnen. Durch Homeoffice bei Bedarf, Aufteilung der Kinderbetreuung und Oma&Opa Tag seien für sie Familie und Beruf möglich. Und sie habe festgestellt, dass, wenn man im Job angekommen ist, die Männerhürden nicht mehr gegeben sind.

Friederike Schultz vom Kudammhof in Großmoor berichtete kurzweilig über die Hindernisse, die einem als Frau in der Landwirtschaft im Weg liegen. Oft wird man nicht für voll genommen wie auch nicht beachtet. So musste sie, um die erste ehrenamtliche Landwirtschaftsrichterin zu werden, schriftlich darlegen, dass sie Trecker fahren kann, während dies bei Männern als gegeben angenommen wird. Sie sei auf dem Hof aufgewachsen und habe sich schon immer für Bio-Landwirtschaft interessiert, so Schultz. Als sie ihre landwirtschaftliche Lehre absolviert hat war sie das einzige Mädchen in der berufsbildenden Schule. Auch heute ist es noch so, dass man als Frau in der Landwirtschaft besser sein muss, sonst wird man nicht für voll genommen, erklärte sie.  Zum Schluss berichtete ihre Tochter und Hoferbin Lara Erkens, dass sie schon nicht mehr mit so vielen Hindernissen wie ihre Mutter in der Ausbildung zu kämpfen hatte. Da aber in der Landwirtschaft durchaus viel mit Kraft gemacht werden muss, müsse man als Frau physische Nachteile einfach schlauer lösen. Sie sei mit einem tollen Vorbild großgeworden, so Erkens. Leider waren 2023 in der Landwirtschaft nur 22% Frauen tätig und nur 11% der deutschen landwirtschaftlichen Betriebe werden von Frauen geleitet, erklärte sie den Anwesenden zum Abschluss.

Alle Referentinnen konnten ihre Wege gehen, da ihre Mütter sie dazu ermutigt haben und voll unterstützt haben. Hierbei waren sich alle einig. Wichtig sei es, Frauen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen, betonen alle. Natürlich kann ich das, wenn ich es will, hinterfragt Vorurteile, setzt euch füreinander ein, denn nur gemeinsam können wir es schaffen, sind die Botschaften der Referentinnen an die Anwesenden mit der Bitte, dies an die Töchter und Enkeltöchter weiterzugeben. Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig, dass es ein interessanter Vormittag mit gewinnbringenden Vorträgen und Gesprächen in angenehmer Atmosphäre war, der sicherlich wiederholt werden kann. Ein besonderer Dank gilt den Referentinnen wie auch dem Küchenteam und allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Ohne diese wäre eine solche Veranstaltung nicht machbar.

PR
Fotos: Annette Kesselhut

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