Reise in die Vergangenheit beim Info-Nachmittag des SoVD Ortsverbandes Nienhagen
Über 60 Mitglieder und Gäste des SoVD Ortsverbandes Nienhagen waren zum Vortrag über das Heimatmuseum Nienhagen in den Hagensaal gekommen. Nach der Begrüßung und Informationen über die kommenden Veranstaltungen und Fahrten durch den Vorsitzenden Hermann Kesselhut gab es erst einmal Kaffee oder Tee und leckeren Kuchen.




Danach gab Gunter Heuer, seit über 30 Jahren Vorsitzender des 1985 gegründeten Heimatvereins Nienhagen, allen Anwesenden einen engagierten und spannenden Einblick in die Geschichte Nienhagens. Als Gründerin des Ortes gilt Herzogin Agnes von Landsberg, die mit Heinrich 1., dem Sohn von Heinrich dem Löwen, verheiratet war. Sie stiftete um 1221 ein Nonnenkloster des Zisterzienserordens mit 12 Nonnen und einer Vorsteherin am Unterlauf der Aue. Noch heute gibt es den „Klosterhof“, in dessen Nähe wohl das Kloster stand. Nach ca. 10 Jahren wurde das Kloster nach Wienhausen verlegt. Der bei der verlassenen Klosterstätte gelegene Wald wurde 1228 einigen Siedlern zur Rodung und Bewirtschaftung freigegeben – die Gründung des Hagen-Dorfes Nienhagen. Dann erklärte Gunter Heuer das „Hagenrecht“, eine Gerichtszuständigkeit, die diesen Siedlern verliehen wurde. Diese kamen einmal im Jahr auf dem Hachmeisterhofe zum Hagengericht zusammen. Im Anschluss an den Hagengerichtstag fand schon in alter Zeit eine Feier statt. Somit ist das Hachefest eine der ältesten Traditionsfeste, so Gunter Heuer. Der frühere Bürgermeister Kurt Gärtner hat den Namen „Hachefest“ sogar patentrechtlich schützen lassen.
Sehr anschaulich ging Gunter Heuer auf die Erdölgeschichte Nienhagens ein. In Nienhagen war das größte produzierende Erdölgebiet im Deutschen Reich mit über 350.000 Tonnen Jahresförderung, das waren 75 % der deutschen Förderung. 1938 war der Höhepunkt mit über 10.000 Beschäftigten in 200 Firmen. Fördertürme bestimmten das Landschaftsbild in und um Nienhagen – das Denkmal an der Twegte mit dem 27 Meter hohen Original-Förderturm, Pumpenbock und Gleiswinde ist als Erinnerung geblieben. Der größte Tank Westeuropas stand auf dem Wintershall-Gelände. Es gab eine Gemeinschaftsküche für 2000 Beschäftigte der Erdölindustrie. Der Bahnhof war siebengleisig mit sechs Verladestationen. Über 700 Kesselwagen wurden hier täglich abgefertigt. Auch Fremdarbeiter haben hier arbeiten müssen, so Gunter Heuer.
Danach stellte Gunter Heuer das Heimatmuseum vor. Mehrere tausend Exponate werden in dem Haus an der Dorfstraße aufbewahrt. Das sind über 10.000 Seiten Akten, 7000 Bücher sowie Fotos und Gerätschaften. Hier kann man stöbern und auch anfassen. Wer Zeit und Lust hat, kann auch gerne mitarbeiten. Getroffen wird sich immer am Mittwoch ab 15 Uhr. Das Haus wurde 1849 auf den Fundamenten der Vorgängerschule erbaut und ist das einzige Gebäude der Gemeinde, das unter Denkmalschutz steht. Es war bis 1950 Schule, aber auch Küsterstelle und königliche Poststelle. Der Lehrer hatte auch Landwirtschaft; die heutige Heimatstube war der Kuhstall.
Zum Abschluß seines kurzweiligen Vortrages erklärte Gunter Heuer noch das Wappen von Nienhagen, das den Fischschwanzbohrmeißel und den Hachmeisterstab beinhaltet. Auch erklärte er noch die Herkunft einiger Straßennamen. Die Rüterhege war einst eine Reiterwiese für herzogliche Reiterspiele und über den Butterstieg wurden Güter wie Butter zum Markt nach Celle transportiert. Die Müggenburg war einst eine Wegegeldeinnahmestation und in der Behre befand sich das herzogliche Maultiergestüt. Danach konnten die Anwesenden sich noch die von Gunter Heuer mitgebrachten Exponate, Fotos und Karten anschauen und Fragen stellen. Dies wurde von vielen genutzt und zeigte, wie viel Interesse an der Geschichte des Ortes besteht. Mit vielen Gesprächen und Diskussionen an den Tischen ging der informative und interessante Nachmittag zu Ende.
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Fotos: Gisela Janßen
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