Mittwoch, 7. Oktober 2026

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Tierische Stimmung bei Lesung in der Direktorenvilla

Eine Spinne, die sich über mangelnde Regierungsarbeit aufregt, ein spanischstämmiger Mäuserich mit Sprachfehler, der einen Kater beschützt, eine Französische Bulldogge, die über Tierquälerei philosophiert und nicht zuletzt ein Kater, der sich Wissen aus dem Internet zieht. So absurd das klingen mag, bleibt die bunte Tierschar in den Cosy Krimis von Martina Hancke glaubhaft und bei aller Überzeichnung vor allem eines: liebenswert.

Dass die Komik nicht zu kurz kommt, war schon vor Beginn der Lesung in der Direktorenvilla klar und hatte sich offenbar herumgesprochen. So freute sich die Leiterin der Stadtbibliothek Celle, Petra Moderow, bei der Vorstellung der Celler Autorin besonders auch über das randvoll gefüllte Haus. Und wenn noch jemand Zweifel daran hatte, ob der Inhalt eines Tierkrimis zu albern geraten könnte, wurde ihm die Kralle schnell gezogen. Denn bei allem Humor liegt beiden vorgestellten Krimis ein ernstes Thema zugrunde. In „The Pussycat Poisoner“ wird die Frage beleuchtet, warum Menschen Tiere quälen, und in „The Dog Racing Dealer“ werden die Machenschaften des Wettgeschäfts und die zum Teil unsäglichen Zustände auf englischen Hunderennbahnen angeprangert.

Doch bevor den Gästen das Lachen im Halse stecken blieb, brach die Autorin die ernste Note gleich wieder auf, in dem sie einen alten Bluthund, Polizeihund a.D., behaupten lässt: „Mein Cousin Killy ist Champion bei den Greyhound Rennen!“ Das kann unmöglich sein, wundern sich Krimikater Sherlock und sein Co-Detektiv Dog Watson. „Cousin dritten Grades“, stellt der Hund richtig, der – wie kann es anders sein – Doyle heißt und einem Detective Inspector Arthur Conan gehört. Die Anlehnung an die Sherlock Holmes-Romane geht so weit, dass zwei Nacktkatzen als klassische Gegenspieler die Namen „Moory“ und „Artie“ tragen. Holmes-Kenner ziehen gleich die Parallele zu Sherlocks größtem Feind, Moriaty.

Bei so viel Präzision und Recherche glaubt man kaum, wenn Martina Hancke beteuert: „Ich schreibe aus dem Bauch heraus.“ In der Mitte des Buches käme dann meist der Punkt, an dem sie überlegen müsse, wie es sinnvoll und logisch weitergehe. Denn gerade beim Krimi käme es darauf besonders an.

Das Publikum hatte sichtlich Spaß an den Wortspielen und den tierischen Anspielungen. Wen wundert es, denn fast alle Anwesende besaßen ein Haustier: Die Katzenbesitzer hatten leicht die Schnauze vorn vor den Hundefreunden, wie die Autorin in einer schnellen Umfrage feststellte.

In der Pause war der Andrang vor dem Büchertisch groß und viele nutzten die Gelegenheit, sich ein Buch signieren zu lassen. „Die Krimis sind so unterhaltsam und genau das Richtige in dieser Zeit, um einfach mal abzuschalten“, war die einhellige Meinung. Und manch einer wird beruhigt gewesen sein zu hören, dass Martina Hancke bereits an dem dritten Band arbeitet.

PR
Fotos: Thilo Hancke