Montag, 12. Oktober 2026

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Endlich Schnelltest-Pflicht in der Kita zum 15. Februar 2022

CELLE. Das Land Niedersachsen wird zum 15. Februar 2022 eine Testpflicht einführen. Im vergangenen Jahr konnten die Eltern die Kinder zu Hause testen, waren aber nicht dazu verpflichtet, selbst in einer Zeit, als das schwere Delta-Virus unterwegs war. Ab Mitte Februar müssen die Eltern ihre Kinder ab 3 Jahren dreimal pro Woche testen vor dem Kita-Besuch. Dankenswerterweise erhalten die Eltern das Test-Kit weiterhin von der Kita.

Minister Tonne erläutert: „Es handelt sich dabei um qualitätsgesicherte und kindgerechte PoC-Antigen-Tests zur Selbstanwendung, vorerst als Nasenabstrich. Wir haben aber alles in die Wege geleitet, um auch Lutsch- oder Lollitests als Ergänzung anbieten zu können. Alle durch das Land Niedersachsen beschafften Tests entsprechen den Anforderungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und damit der geforderten Sensitivität von mehr als 75 %.“

Wenn das Kind sich aber nicht testen lassen will, können Eltern sich entweder selbst testen oder ein Schulkindertest eines älteren Geschwisterkindes bei der Kita als Testergebnis vorlegen. Diese Testung im Umfeld ist tatsächlich ausreichend, da Omikron im Gegensatz zu den vorherigen Virusarten schnell um sich greift. 

Doch macht diese Testung überhaupt Sinn?

Omikron ist ein Virus, dass schnell um sich greift, aber wesentlich leichter in der Symptomatik ist. Das Virus greift schnell über Nase, Rachen, Luftröhre auf die Bronchien über. Die Viren entwickeln sich 70-mal so schnell wie die Delta-Variante, dadurch kann die infizierte Person leichter anstecken. Das gute an der neuen Virus-Variante ist, dass 30 % weniger ins Krankenhaus müssen als bei Delta. Omikron dringt nicht so gut in die feinen Äste der Lunge oder die Lungenbläschen ein; das macht eine Lungenentzündung und damit einen schweren Verlauf unwahrscheinlicher. Also zusammenfassend: Die Omikron-Variante verbreitet sich schneller durch eine schnellere Vermehrung der Virenlast, gleichzeitig läuft die Erkrankung in den meisten Fällen harmloser ab. Im Durchschnitt dauert es drei Tage von der Infektion bis zur Erkrankung.

Die meisten Tests sind laut Paul-Ehrlich-Institut ausreichend aussagekräftig. Experten kritisieren allerdings die dabei angelegten Kriterien des PEI als viel zu lax. Denn die Tests müssen laut dem Institut nur bei einer sehr hohen Viruslast mindestens 75 % aller positiven Abstriche erkennen, um empfohlen zu werden. Bei hoher Viruslast sind die Unterschiede noch größer: knapp 80 bis zu grade mal 26 Prozent. Aussagekräftig ist anders. Eine vorläufige Studie besagt, dass PCR-Tests immer noch die sichersten Ergebnisse liefern. Bei den Schnelltests hingegen lieferten alle Antigen-Schnelltests falsch-negative Ergebnisse in den ersten beiden Tagen nach Infektion. Der Unterschied ist auch da enorm: Erst drei Tage nach einem positiven PCR-Test schlugen die Schnelltests positiv an. Hierbei liegen die Speicheltests deutlich im Vorteil, da diese bereits 1-2 Tage vor dem Nasentest positiv anzeigten.   

Das bedeutet, bei einem reinen Schnelltest über die Nase kann die Infizierung über drei Tage nicht wahrgenommen werden. Heißt im Klartext: Ein Kind geht 3 Tage infiziert in die Kita, bevor der Test es erkennt. In diesen drei Tagen hat das Kind Spielkontakte zu anderen Kindern, Kontakt zu den Erziehern und vieles mehr. D.h. Es tritt eine Beschneidung der Infektionsketten ein – allerdings schon recht spät. Hinzu kommt, dass gerade betroffene Kinder selten ernsthafte Symptome vorweisen.

Was sollten Eltern tun?

Wer vormittags mit wenig Viruslast in die Kita geht, kann nachmittags den ganzen Rachen voll mit nach Hause bringen schon allein aufgrund der Vermehrung im Rachen. Daher könne es zielführend sein, nicht nur einmal zu testen, sondern vielleicht besser vor und nach Kitabesuch. Des Weiteren sollten Abstriche aus dem Rachenraum genommen werden – speziell von der Rachenhinterwand. Sollte das Kind geimpft sein, kann es vorkommen, dass diese Tests erst anschlagen, wenn die ersten Symptome bereits erkennbar sind. Das geimpfte Immunsystem erkennt das Virus wesentlich schneller, das es Abwehrreaktionen wie Schnupfen, Schmerzen und Müdigkeit verursacht.

Fazit:

Wer aufgrund von Erkältungssymptomen einen Schnelltest macht, kann bei einem Negativbefund also nicht unbedingt davon ausgehen, kein Covid-19 zu haben. Die betroffene Person sollte sich isolieren und den Test in den nächsten Tagen wiederholen. Dann können Schnelltests helfen, Infektionsketten zu unterbrechen – auch wenn sie nicht jede Infektion erkennen. Grundsätzlich gilt: Je häufiger man sich – am besten unterschiedlichen – Schnelltests unterzieht, desto wahrscheinlicher wird eine Infektion auch entdeckt.

Redaktion
Celler Presse

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