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Botschafterinnen und Botschafter werben auf Plakaten für den Zusammenhalt in der Corona-Krise

  • Celle

CELLE. „Demokratie lebt vom Widerspruch, vom gegenseitigen Respekt und vom Vertrauen.“ und  „Warum ich mich impfen lasse? Weil ich das Leben liebe!“ – So und ähnlich lauten die Statements der Celler Gesichter, die aktuell in der Stadt an Schaufenstern oder in Einrichtungen zu finden sind. Pastoren, Sportler, Geschäftsinhaber, Politikerinnen und Politiker, Ehrenamtliche und Menschen aus weiteren Berufen und gesellschaftlichen Feldern werben mit ihrem Gesicht dafür, „die Corona-Krise gut zu bewältigen“.

Mit der Plakat-Aktion soll ein deutlicher Gegenpol zu den Protesten der Gruppe „Celle steht auf“ gesetzt werden. Denn in den vergangenen Wochen ist das Gefühl entstanden, dass die Stadt durch diese Proteste der Impfkritiker vereinnahmt wird. „Inzwischen meldet sich auch die bisher schweigende Mehrheit in Celle zu Wort, die sich in Krisen solidarisch verhält. Vorher waren nur die Menschen samstäglich auf der Straße zu sehen, die das Ausmaß der Pandemie leugnen, an Daten zweifeln, die Maßnahmen in Frage stellen, die Impfung verweigern und unsere demokratischen Institutionen ablehnen“, berichtet Annette Schmahl, eine der Initiatorinnen.

Die Plakate sind nun als ein Alternativ-Format der Meinungsäußerung entstanden. Die Idee dazu hatte die Celler Initiative „Haltung zeigen“. Demo – Gegendemo – das ist nicht jedermanns  Sache. „Wir sind bei den Demonstrationen dabei gewesen, die vom Bündnis „Gelebte Demokratie“  als Antwort auf Celles Querdenker organisiert wurden. Diese Demos sind wertvoll, um den Protest  sichtbar zu machen. Wir haben dann von diversen Bürgerinnen und Bürgern gehört, dass sie sich alternative Formate wünschen, um Haltung zu zeigen. Da sind wir auf die Idee mit den Plakaten gekommen“, erzählen Karin Abenhausen und Birgit Nieskens von der Initiative. 

Auch Enno Stünkel, Referent für politische Bildung an der vhs Celle und Mitbegründer des Netzwerkes gegen Antisemitismus, begrüßt die vielfältigen Bemühungen, den Querdenkern etwas entgegenzusetzen. „Diese Szene wird zusammengehalten durch Verschwörungsideologien. Ihr geht es um weit mehr als die Ablehnung der Impfflicht. Viele der Anhängerinnen und Anhänger träumen von einem Umsturz und teilen Ideen wie die, dass Ärztinnen und Ärzte, die impfen, dass Wissenschaftlerinnen und Mandatsträger vor ein ‚zweites Nürnberger Tribunal‘ gestellt werden sollen. Solche Bestrafungsfantasien gehören nicht in eine demokratische Öffentlichkeit. Auch in Celle sehen wir, wie durch die Protestszene Geschichtsrevisionismus, Reichsbürger- und Selbstverwalter-Parolen, Antisemitismus und eine Bagatellisierung der nationalsozialistischen Verbrechen Raum gewinnen. Dem setzen wir unseren Widerspruch entgegen.“

Auch Pastor Röser-Israel von der Kreuzkirche hat Stimmen für die Plakate gesammelt, ebenso wie Prof. Dr. Kirschstein, Kinderarzt und bis vor kurzem Chefarzt der Kinderklinik am AKH Celle. Beide  kennen die Auseinandersetzung mit Querdenkern und Zweifeln am Impfen aus ihrem beruflichen Umfeld. „Kinder schützen durch Impfen“, lautet deshalb das fachliche Statement des Kinderarztes.

Es soll nicht bei den Plakaten bleiben. Die Initiative plant zeitnah Workshops, Beratungs- und Informationsangebote. Zudem wird gerade ergänzend eine Website „Haltung zeigen“ gebaut. „Da wurden wir vom Beispiel aus Dresden inspiriert. Die Seite „Haltung zeigen Dresden“ erfährt großen Zulauf aus der Gesellschaft, viele Dresdnerinnen und Dresdner haben sich dort mit Bild und Statement positioniert. Das erhoffen wir uns für Celle auch, eine Seite, auf der viele Menschen Haltung zur Demokratie und Wissenschaft beziehen. Trotz aller Kritik an Corona-Maßnahmen und politischen Entscheidungen gilt es doch, zusammen die Corona-Krise zu bewältigen. Damit wir schneller wieder unsere Kraft den wichtigen Themen rund um den Klimaschutz widmen können“, resümiert Wolfram Steinmetz, Sprecher der Parents for Future/People for Future, der selber auch an der Plakat-Aktion teilnimmt.

„Weil „Politik“ nicht alles kann – kommt es auf jede*n einzelne*n an.“ Dieses Statement des ehemaligen Celler Oberbürgermeisters Dirk-Ulrich Mende bringt die Botschaft der Plakate auf den Punkt. „Wir dürfen eine Beschädigung unserer Demokratie nicht zulassen.“

Wer auch Gesicht zeigen oder Plakate bei sich aufhängen möchte, kann sich bei den Verantwortlichen melden unter info@haltung-zeigen-celle.de.

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